Verflechtungen von Staat, Raum und Säkularismus: die ungebaute Moschee in München
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Muslimische Lebenswelten in Europa werden maßgeblich durch das vielschichtige Zusammenwirken von Staat, Räumlichkeit und Säkularismus geprägt. In der diesbezüglichen Forschungsliteratur werden kritische Entwicklungen im Verständnis dieser drei Kategorien jedoch zu wenig beachtet. Der vorliegende Beitrag zeigt auf, wie ein relationales Verständnis von Staatlichkeit, ein multidimensionales Verständnis von Raum durch den TPSN Ansatz sowie ein rassismuskritisches Verständnis von Säkularismus die Forschung zu Islam in Europa weiterentwickeln kann. Am Beispiel des vorläufig gescheiterten Moscheebauprojekts des Münchener Forums für Islam (MFI) wird der analytische Mehrwert dieser konzeptuellen Reformulierung veranschaulicht. Die Verbindung theoretischer Interventionen von Michel Foucault, Bob Jessop, Talal Asad, Saba Mahmood und Schirin Amir-Moazami ermöglichen es, komplexe Interaktionen räumlicher, politischer und religiöser Praktiken und deren Effekte auf religiöses Leben systematisch zu untersuchen.
