Beautiful Experiments. Praxen des Möglichen bei Sharon Dodua Otoo und Olivia Wenzel
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Die Kulturwissenschaftlerin Saidiya Hartman beschreibt die Lebenswege junger Schwarzer Frauen in den USA des frühen 20. Jahrhunderts: Wayward Lives, Beautiful Experiments. Waywardness ist ein Wort, das sich schwer übersetzen lässt: ich werde das deutsche Wort Eigensinn benutzen, obwohl auch Abwegigkeit dem Wörterbuch nach als synonym gilt, und als die Erforschung neuer Wege mitgedacht werden kann. Hartman konzipiert waywardness als eine Praxis des Möglichen (practice of possibility). Eigensinn ist das semantische Gegenüber von common sense, dem dominanten Gruppensinn, der oft in jedem Sinn gemein ist. Auch in der Literatur kann Eigensinn als beautiful experiment verstanden werden. Kunst, so Izabella Penier und Anna Suwalska-Kolecka, sei gewissermaßen an ihrem am Gruppensinn rüttelnden Eigensinn erkennbar: Künstler*innen würden gerade durch ihre Eigensinnigkeit neue Erkenntnisse auftun, die es Individuen und Gesellschaften ermöglichen, sich zu entwickeln und zu erweitern.
